Worte zum Tag

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9. Juli

Verlieren um zu siegen

In den 50er Jahren kamen Studenten in Ohio, USA,
auf ein neues „Gesellschaftsspiel“.

Ein Student und eine Studentin
setzten sich aufzwei Eisenbahnschienen einander gegenüber
und harrten hier aus, bis einer der rasenden Fernzüge heranbrauste.
Wer länger als der andere sitzen blieb
und den Zug näher an sich herankommen ließ,
war Sieger.

Ein solches „Schienenhocken“, wie das gefährliche Spiel hieß,
brachte zwei jungen Menschen um ein Haar den Tod.
Als eine Gruppe von ihnen auf dem Nachhauseweg von einen Tanzfest war,
wo auch ordentlich getrunken worden war,forderte Lilian Ramsay,
die durch ihre Schönheit und ihr stolzes Wesen
die heimlich Königin des Festes gewesen war, ihren Verehrer auf,
sich mit ihr auf die Schienen zu begeben.

Konnte er nein sagen und sich damit dem Ruf aussetzen,
weniger mutig zu sein als sie?
Also ging er darauf ein, und schon wenige Minuten,
nachdem sie sich auf dem gefährlichen Gleis niedergelassen hatten,
hörten sie den heranbrausenden Nachtschnellzug.

„Es war mir klar“,
so berichtete der junge Mann über den weiteren Verlauf des Abenteuers,
„dass Lilian sich eher vom Zug zermahlen lassen würde,
als dass sie vor mir aufgab.
Um sie zu retten, musste ich verlieren.
Ich sprang also von den Schwellen und riss sie auf meinen Sprung mit.“

(Quelle unbekannt)